Freitag, 18. April 2014

Brennnesselspinat mit gebratenem Spargel

Irgendwie dachte ich jetzt würden mir die Spargelrezepte ausgehen und den heute gekauften Marchfeld Spargel wollte ich zu einem Süppchen verarbeiten. Dann kam mir bei meiner kleinen Wanderung der zündende Gedanke. Rundherum Brennnessel in rauen Mengen, also weshalb keine Kombination Spargel mit Brennnessel. Was liegt näher als aus den Brennnesseln eine Spinatsosse zu kochen und die weißen Stangen zu braten.
Dieses wunderbare Gericht passt perfekt zum Projekt  #Tierfreitag von Katharina Seiser, das ich in der letzten Woche vernachlässigt habe. Je wärmer die Außentemperaturen werden, desto größer ist das heimische Angebot an Gemüse. Und das erleichtert einmal wöchentlich gänzlich auf tierische Produkte zu verzichten.
Brennnessel pflücken ist natürlich ein kleines Abenteuer, am besten man bewaffnet sich mit festen Gartenhandschuhen. Keine Angst , die kleinen Borstenhaare, die das unangenehme Brenngefühl auslösen, werden beim Kochen zerstört. 
Brennnessel haben einen hohen Gehalt an Magnesium, Silizium, Eisen und Kalzium. Außerdem sind sie reich an Flavonoiden die eine hohe antioxidative Wirkung haben. Man verwendet sie auch gerne zur Teezubereitung, da sie entgiften, reinigen und den Stoffwechsel anregen.




Brennnesselspinat mit Spargel
2 Portionen

100 g Brennnesselblätter
3 mittlere Kartoffel
6 Stangen Spargel
1 Jungzwiebel
Olivenöl
Muskatnuss
Meersalz
Zitrone




Brennnesselblätter in einem Sieb abwaschen, gut abtrocknen und grob hacken. Zwiebel fein schneiden und in Olivenöl dünsten, Brennnessel dazugeben und einige Male wenden. Kartoffel schälen, in Würfel schneiden und in Salzwasser weich kochen. Wasser abgießen und Kartoffel mit den Brennnesseln im Mixer fein pürieren. Salzen und mit Muskatnuss abschmecken.
Spargel schälen, in kleine Stücke schneiden und in Olivenöl knackig anbraten. Herdtemperatur reduzieren, etwas Wasser angießen und Spargel weich schmoren lassen. Salzen und einige Spritzer Zitrone 
hinzufügen.




Und hier gehts zum Geburtstagsevent von Puhlskitchen.


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Mittwoch, 16. April 2014

Rhabarber Aperol Schaum mit Melissepesto

Der April bringt endlich wieder heimisches Gemüse in die Küche. Neben Spargel wird der erste frische Rhabarber angeboten. Jahrelang habe ich ihn vernachlässigt, aber seit einiger Zeit verwende ich ihn wieder des Öfteren.
Das leidige Essproblem begleitet mich noch immer, und daran wird sich wohl so schnell nichts ändern. Deshalb liegt es auf der Hand Gemüse und Obst zu Mousse, Schaum oder Parfaits zu verarbeiten.
Eigentlich wollte ich für mein heutiges Rezept Agar Agar zum eindicken verwenden, leider stand es nicht am Einkaufszettel, somit kam wieder einmal Gelatine in Einsatz.
Rhabarber wird als Obst bezeichnet, obwohl es sich um eine Gemüsesorte handelt. Er ist besonders reich an Kalium und Kalzium. Die Blattstiele bestehen zum größten Teil aus Wasser, außerdem findet man Ballaststoffe und Kohlehydrate in Form von Fruchtzucker. Er liefert auch Vitamin C.



Rhabarber Aperol Schaum mit Melissepesto
8 Portionen

500 g Rhabarber
150 g Backzucker
100 ml Aperol
2 Eiklar
125 ml Schalgobers
1 kleines Stück Ingwer
6 Blatt Gelatine



Melissepesto

1 Bund Zitronenmelisse
1 Zitrone
4 Esslöffel Pinienkerne
Olivenöl
2 Esslöffel Honig

Rhabarber und Ingwer in kleine Stücke schneiden, mit Aperol und Wasser in einem Topf aufgießen bis er bedeckt ist. Kurz mit 80 g Zucker aufkochen und so lange bei mittlerer Temperatur ziehen lassen bis er weich ist. 
Überschüssige Flüssigkeit abgießen und den Rhabarber mit einem Pürierstab zu einem Mus verarbeiten.
Schlagobers steif schlagen, Eiklar mit dem restlichen Zucker ebenfalls sehr steif schlagen und unter das ausgekühlte Mus heben. Gelatine nach Anleitung zubereiten und vorsichtig  einrühren. Im Kühlschrank fest werden lassen oder einen Teil der Masse in einen Sahnespender füllen. Ich verwende dafür meinen ISI, der mir gute Dienste erweist, den ich aber viel zu selten verwende.
In der Zwischenzeit Melisseblätter von den Stielen zupfen. Blättchen mit dem Saft einer Zitrone, den Pinienkernen, Honig und zwei bis drei Esslöffel Olivenöl im Mixer oder Blender zu einem sämigen Pesto verarbeiten. Bei Bedarf noch Olivenöl und Zitronensaft nachgeben.







Samstag, 12. April 2014

Spargelmousse mit Löwenzahn

Heute war ich schon frühmorgens in der Altstadt bummeln und beim Besuch am Grünmarkt am Universitätsplatz konnte ich nicht am Standl mit frischen Marchfeld Spargel vorbei gehen. 
Am Weg nach Hause sinnierte ich über die Verarbeitung der weißen Stangen nach, und nachdem meine Kauproblematik noch immer ein Thema seit dem letzten Eingriff ist, kam mir in den Sinn, zumindest aus einem Teil ein Mousse zu kochen.
Ich wohne zwar mitten in der Stadt, aber in einem grünen Viertel, so wanderten dann noch einige Löwenzahnblätter aus unserem Vorgarten in meinem Einkaufskorb.
Spargel wirkt entwässernd und entschlackend, hat kaum Kalorien, ist aber reich an Vitamin C, E und B und beinhaltet Folsäure. Seinen Geschmack erhält er durch ätherische Öle und Asparaginsäure.




Spargelmousse mit Löwenzahn
4 Portionen

500 g weißer Gemüsespargel
1 halbe Zitrone
250 ml Schlagobers/Schlagsahne
Salz
3 Blatt Gelatine
1 halbe Hand voll Löwenzahnblätter




Zitrone auspressen. Spargel schälen, in kleinere Stücke schneiden, und mit der Zitronenschale mit Wasser bedeckt weich kochen. Man kann auch ein Stück Weißbrot in das Kochwasser geben, das entzieht die Bitterstoffe. Wasser abgießen.
Die Spargelspitzen zur Seite stellen und den Rest im Mixer fein pürieren. Gelatine nach Anweisung auflösen und unter den Spargel rühren. Schlagobers steif schlagen und unterheben. Löwenzahn fein hacken und ebenfalls einrühren. 
Im Kühlschrank zwei Stunden kalt stellen. Mit einem Löffel Nocken ausstechen und mit Löwenzahnblättern und den Spargelspitzen servieren.



Die S-Küche feiert Geburtstag und hat zu diesem Event eingeladen



Aprilfrisch - das regionale Event von S-Küche (Einsendeschluss 1. Mai 2014)

Freitag, 11. April 2014

Erbsenfleisch, kochen in fremden Küchen

Heute bin ich virtuell zu Gast bei Yushka von Sugarprincess im Rahmen der Aktion übern Tellerrand
Was mich mit ihr verbindet ist der Umstand der Großfamilie, denn sie ist Mama von sechs Kindern, was in unseren Breitengraden doch eher selten geworden ist.
Yushka öffnet jeden Freitag das Tor zu ihrem Blog für Gastbeiträge.
Mit meinem Gericht weiche ich diesmal ein wenig von meiner eigentlichen Thematik ab und habe mich stattdessen auf Großfamilienauspeisung konzentriert.
Das wunderbare Erbsenfleischrezept stammt ursprünglich von meiner seligen Schwiegermama und eignet sich auch wunderbar für Fussballabende mit Freunden, Teenagerparties, Familienfeiern und sonstige Großveranstaltungen.



Erbsenfleisch
8 Portionen


1,2 kg geschnetzelte Putenbrust
1 kg Erbsen
400 ml Schlagobers/Schlagsahne
150 ml Gemüsebrühe
1 weiße Zwiebel
1 Esslöffel edelüßes Paprikapulver
1 Bund Dill
Meersalz
1 Knoblauchzehe
etwas Zitronensaft
Olivenöl


    



Zwiebel fein hacken und in Olivenöl andünsten, das geschnetzelte Putenfleisch hinzufügen, anbraten und das Paprikapulver einstreuen, mehrmals gut umrühren. Bei niedriger Temperatur mit der Gemüsebrühe weich dünsten. Wenn das Fleisch weich ist, Schlagobers einrühren und die Erbsen hinzufügen.
Den Dill fein hacken und gemeinsam mit der zerdrückten Knoblauchzehe einrühren und fertig dünsten lassen. 
Mit Zitronensaft und Salz abschmecken.

Als Beilage serviere ich gerne Salzkartoffel die sich gut in der Soße zerdrücken lassen.




Sonntag, 6. April 2014

Spinattarte mit Feta

Nach vier wunderbaren Fortbildungstagen in der Wachau bin ich nun wieder retour im verregneten Salzburg. Durch den milden Winter hat sich die berühmte Wachauer Marillenblüte um einige Tage nach vorne verschoben und mancherorts standen noch einige Marillenbäume in voller Blüte, die meisten waren jedoch bereits verblüht. Marille ist die österreichische Bezeichnung für Aprikose, man kennt den Begriff auch in Südtirol und in Teilen von Bayern.
Wer mit dem Auto am Weg von Salzburg nach Wien ist, oder umgekehrt, der sollte sich die Zeit nehmen, die Autobahn zu verlassen und den Umweg entlang der Donau wählen. Die 80 km lange Landschaft ist zwar ein Anziehungspunkt für Touristen, aber zu jeder Jahreszeit zu empfehlen.
Eigentlich geht es in meinem heutigen Rezept weder um Marillen noch um ein anderes Produkt aus der Wachau, sondern viel mehr um Restlverwertung aus meinem Kühlschrank. 



Spinattarte mit Feta
6 Portionen

1 Rolle Dinkelblätterteig
3 Hand voll Spinatblätter
1 kleine weiße Zwiebel
150 g Feta von der Ziege
1 Ei
200 ml Sauerrahm
Olivenöl
grobes Meersalz
Pfeffer



Blätterteig gut 15 Minuten vor der Verarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen und dann auf einem Backblech ausrollen. Die Kanten einrollen, so dass ein erhöhter Rand entsteht.
Spinat klein schneiden, die Zwiebel sehr fein würfeln und in Olivenöl kurz dünsten.
Sauerrahm mit dem Ei verquirlen, salzen und pfeffern und auf dem Blätterteig auftragen. Spinat darüber verteilen.
Feta würfeln und über den Teig bröseln.
Die Tarte bei 175 Grad 35-40 Minuten mit Umluft backen.
Dazu kann man einen Sauerrahm-Kräuterdip oder auch nur Jogurt mit Zitrone servieren.



Montag, 31. März 2014

Kochen lieben lernen, eine Rezension

Als ich letzten Freitag aus der Klinik kam, wartete nicht nur ein Päckchen mit altem Silberbesteck, sondern auch das heiß ersehnte Kochbuch *Kochen lieben lernen* der beiden Blogger Antonia Kögl und Benedikt Steindl von *becauseyouarehungry* auf mich. 
Toni und Bene, ein sehr sympatisches bayrisches Pärchen, das es nach Wien verschlagen hat, konnte ich bereits letztes Jahr auf dem Foodcamp  kennenlernen. Sie bloggen äußerst erfolgreich seit Februar 2013 und ich folge ihnen gerne, da sie für mich eine große Inspiration darstellen. 



Um so gespannter war ich nun auf ihr Kochbuch, das im Styriaverlag herausgegeben wurde und im dortigen Shop erhältlich ist. Bei meinen Streifzügen durch Salzburgs Buchhandlungen habe ich das gute Stück auch dort immer wieder an sehr prominter Stelle gesehen.



Mein Zugang zu Kochbüchern ist ja ein besonderer, zum einen koche ich so gut wie nie nach Rezept, sondern lasse mich nur inspirieren und zum anderen kommen viele Speisen für mich auf Grund meiner Essproblematik nicht mehr in Frage. 
Leider bin ich auch im Moment wieder besonders eingeschränkt, deshalb werde ich das Nachkochen auf einen späteren Zeitpunkt verschieben müssen.



Ich schmökere nun schon seit mehreren Tagen immer wieder im Buch herum, es liegt sehr gut in der Hand und hat ein nettes, praktisches  Format.
Die Fotos sind mir größtenteils vom Blog bekannt, sie sind der Hauptgrund weshalb ich  *becauseyouarehungry* seit Anbeginn folge. Bewundernswert mit wie viel Gefühl die Bilder bei ihnen zuhause geschossen werden.



Gestalterisch sieht man natürlich, dass mit Bene ein Profi am Werk ist und hier kommt meine einzige Kritik, die Schriftart, die für die Rezeptüberschriften gewählt wurde, ist manchmal sehr schwer lesbar, da sie sehr verschnörkelt ist. Ansonsten ist das Layout sehr peppig und frisch, genau so wie die Rezepte.
Die Rezepte sind quer durch das Gemüsebeet gekocht und bestens verständlich. Sie eignen sich auch wunderbar für Kochanfänger, besonders die bildliche Aufarbeitung regt wirklich zum Selberkochen an und wird dem Buchtitel gerecht.
Ganz besonders gut gefallen mir persönlich die Fischfrikadellen, die ich mit Sicherheit hoffentlich bald in meiner Küche ausprobieren werde.



Meinen Lesern würde ich Triple vom Gemüseflan, a Glass of Spring, das Lachstatar, Italien im Glas und gelbes Gazpacho ans Herz legen, weil dies geschmeidige Speisen sind. 
Was noch besonders auffällt ist die hübsche Deko und das Foodstyling, das zwar durchaus aufwändig erscheint, aber leicht zum Nachmachen ist. 
Auch ohne Rezensionsexemplar wäre dieses schöne Kochbuch in meiner umfangreichen Sammlung gelandet.
Sehr schön finde ich das Glossar am Ende des Buches , das sicher so manchem Kochneuling eine Hilfe ist.

Liebe Toni, lieber Bene, macht weiter so, ihr seid ein tolles Team mit wunderbaren, kreativen Ideen.






Sonntag, 30. März 2014

Rote-Rüben-Mousse, pretty pink

Nachdem ich seit meinen langen Klinikaufenthalten hochkalorische Fertignahrung, auch bekannt unter Astronautennahrung verweigere, widme ich mich in den kommenden Tagen wieder einmal besonders geschmeidigen Köstlichkeiten. Breiig wäre der Fachbegriff, aber wer isst schon gerne breiig.
Also ist Kreativität angesagt und vor allem ist der Kühlschrank nach meiner Abwesenheit noch immer prall gefüllt.
Unter anderem habe ich ein Sackerl mit gekochten roten Rüben, Raunen, Rohnen, rote Bete oder wie man diese Rübe auch immer nennen mag, vorgefunden. Vitamin B, Eisen, Folsäure und Kalium beinhaltet dieses Wunderding, hilft auch gut bei Verkühlung und wenn man Lust und Laune hat, dann kann man sie als Farbstoff verwenden. Sollte die Färbung unerwünscht sein, kann man Flecken ganz gut mit Zitronensaft zu Leibe rücken.
Ganz besonders gut passt dieses Mousse zu geräucherter Forelle oder Saibling, vorausgesetzt man kann diese auch essen.





Rote Rüben Mousse
4 Portionen

4-5 Stück vorgekochte rote Rüben
1 Esslöffel geriebener Kren/Meerrettich
250 ml Schlagobers/Sahne
1 Spritzer Zitronensaft
1 Esslöffel Honig
3 Blatt Gelatine
Kresse





Rote Rüben kleine würfeln, eine Rübe in Scheiben schneiden und als Deko zur Seite legen, die Würfel mit  Schlagobers sehr fein pürieren. Kren, Zitronensaft und Honig einrühren, Gelatine nach Anweisung anrühren und unter die Masse heben.
2 Stunden im Kühlschrank kalt stellen, mit einem Esslöffel Nocken ausstechen und mit Kresse und Rübenscheiben servieren.